Holding Steuern Vergleich Ungarn Österreich Deutschland: Steuerbelastung bei 1 Mio Euro Gewinn

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Holding Steuern Vergleich Ungarn Österreich Deutschland: Steuerbelastung bei 1 Mio Euro Gewinn

Stell dir vor, deine Holding macht endlich die erste Million Gewinn. Fettes Ding! Aber bevor du die Champagner-Korken knallen lässt, kommt Vater Staat und will seinen Anteil abhaben. Und je nachdem, wo deine Holding sitzt, kann der Unterschied brutal sein. Wir reden hier nicht von ein paar Tausend Euro – sondern von mehreren Hunderttausend, die entweder in deiner Tasche landen oder im schwarzen Loch der Finanzbehörden verschwinden.

In diesem Artikel knallen wir die harten Fakten auf den Tisch: Was passiert mit 1 Million Euro Gewinn in Deutschland, Österreich und Ungarn? Spoiler: Die Unterschiede sind krass, und am Ende wirst du verstehen, warum immer mehr Unternehmer gen Osten schauen.

Warum überhaupt eine Holding? Der Flex für Unternehmer

Bevor wir in die Steuer-Schlacht einsteigen, kurz erklärt: Eine Holding ist im Grunde eine Firma, die andere Firmen besitzt. Klingt fancy, ist aber mega praktisch. Du kannst damit Gewinne zwischen verschiedenen Unternehmen verschieben, Beteiligungen verwalten und – das Wichtigste – Steuern optimieren. Legal, versteht sich.

Die OECD hat in ihren Studien immer wieder betont, dass internationale Steuerplanung ein legitimes Instrument ist, solange man sich an die Regeln hält. Und genau da wird’s spannend: Denn die Regeln sind in jedem Land anders. Krass anders.

Das Grundprinzip: Körperschaftsteuer + Ausschüttung

Bei einer Holding zahlst du erstmal Körperschaftsteuer auf den Gewinn. Das ist die erste Stufe. Dann, wenn du das Geld als Gesellschafter rausziehen willst, kommt oft noch eine Ausschüttungssteuer obendrauf. Dieses Doppel-Whammy kann richtig reinhauen – oder eben nicht, je nachdem wo du sitzt.

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Deutschland: Der Steuer-Klassiker mit dickem Preisschild

Deutschland ist bekannt für seine solide Wirtschaft, super Infrastruktur und… ja, auch für hohe Steuern. Wenn deine Holding in Deutschland sitzt und 1 Million Euro Gewinn macht, läuft das so:

Die Rechnung für deutsche Holdings

  • Körperschaftsteuer: 15% auf den Gewinn
  • Solidaritätszuschlag: 5,5% auf die Körperschaftsteuer (also 0,825% vom Gewinn)
  • Gewerbesteuer: Je nach Gemeinde zwischen 7% und 17%, im Schnitt etwa 14%

Das bedeutet: Deine effektive Steuerbelastung liegt bei rund 30-32% auf Unternehmensebene. Von deiner Million bleiben also erstmal nur noch etwa 690.000 Euro übrig.

Aber Moment – du willst das Geld ja auch privat nutzen, oder? Dann kommt die zweite Runde: Bei Ausschüttung zahlst du auf die verbleibenden 690.000 Euro nochmal Kapitalertragsteuer von 25% plus Soli. Das macht weitere 26,375% auf die Ausschüttung. Am Ende landen von deiner Million nur noch etwa 508.000 Euro auf deinem privaten Konto. Autsch!

Das Bundesfinanzministerium hat in seinen aktuellen Analysen zum internationalen Steuervergleich selbst eingeräumt, dass Deutschland bei der Steuerbelastung von Unternehmen im oberen Mittelfeld der EU liegt – diplomatisch ausgedrückt.

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Österreich: Der alpine Mittelweg

Österreich ist geografisch und steuerlich irgendwo zwischen Deutschland und den östlichen EU-Ländern angesiedelt. Die Alpenrepublik hat in den letzten Jahren einige Reformen durchgezogen, um attraktiver zu werden.

Die österreichische Steuerformel

Bei einer GmbH in Österreich sieht die Steuerbelastung etwas freundlicher aus als beim deutschen Nachbarn:

  • Körperschaftsteuer: 24% (seit 2024, vorher 25%)
  • Keine Gewerbesteuer – das ist schon mal nice!
  • Ausschüttung: 27,5% Kapitalertragsteuer

Rechnen wir das durch: Von 1 Million Euro bleiben nach der Körperschaftsteuer 760.000 Euro. Bei Ausschüttung zahlst du darauf nochmal 27,5%, also landen etwa 551.000 Euro bei dir privat. Das sind immerhin 43.000 Euro mehr als in Deutschland – nicht schlecht für einen Umzug über die Grenze!

Die vbw-Studie zur steuerlichen Standortqualität in der EU bestätigt: Österreich hat sich in den letzten Jahren im Ranking nach oben gearbeitet, besonders durch den Wegfall zusätzlicher Gemeindesteuern.

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Ungarn: Der Steuer-Disruptor aus dem Osten

Und jetzt wird’s richtig interessant. Ungarn hat in den letzten Jahren einen radikalen Weg eingeschlagen und bietet mit 9% die niedrigste Körperschaftsteuer in der gesamten EU. Ja, du hast richtig gelesen: 9 Prozent!

Die ungarische Steuer-Revolution

Norbert Péter, Geschäftsführer der auf ungarisches Steuerrecht spezialisierten Beratung Hunconsult, erklärt das ungarische System so: „Ungarn hat bewusst eine aggressive Steuerstrategie gefahren, um ausländische Investoren anzulocken. Das funktioniert – und zwar legal innerhalb der EU-Regeln.“

Die Rechnung für eine ungarische Holding:

  • Körperschaftsteuer: 9% – das ist Wahnsinn!
  • Lokale Gewerbesteuer: Maximal 2%, oft weniger oder gar nicht
  • Ausschüttung: 15% Dividendensteuer (kann durch DBA weiter reduziert werden)

Machen wir die Rechnung: Von 1 Million Euro bleiben nach etwa 11% Gesamtbelastung auf Unternehmensebene rund 890.000 Euro. Bei Ausschüttung zahlst du darauf 15%, also landen etwa 756.500 Euro bei dir persönlich. Das sind über 248.000 Euro mehr als in Deutschland!

Aber ist das legal?

Absolut! Die ungarische NAV (Nemzeti Adó- és Vámhivatal, also das ungarische Finanzamt) arbeitet nach EU-Richtlinien. Hunconsult hat in den letzten Jahren hunderte Unternehmen bei der legalen Strukturierung unterstützt. Der Trick: Du musst echte Substanz in Ungarn haben – ein Briefkasten reicht nicht mehr.

Der direkte Vergleich: Was bleibt von 1 Million?

Fassen wir die brutale Wahrheit zusammen. Bei 1 Million Euro Gewinn deiner Holding und anschließender Ausschüttung landet bei dir privat:

  • Deutschland: ca. 508.000 Euro (49,2% Gesamtbelastung)
  • Österreich: ca. 551.000 Euro (44,9% Gesamtbelastung)
  • Ungarn: ca. 756.500 Euro (24,4% Gesamtbelastung)

Der Unterschied zwischen Deutschland und Ungarn beträgt also fast 250.000 Euro – bei nur einer Million Gewinn! Wenn deine Holding langfristig mehrere Millionen Gewinn macht, reden wir hier über lebensverändernde Summen.

Warum diese krassen Unterschiede?

Die OECD hat in verschiedenen Studien analysiert, dass die Steuerbelastung von Unternehmen stark von historischen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren abhängt. Deutschland finanziert mit hohen Steuern ein umfassendes Sozialsystem und Infrastruktur. Ungarn setzt dagegen auf Wachstum durch niedrige Steuern – ein klassisches Modell aus der Wirtschaftstheorie.

Die versteckten Kosten: Was du beachten musst

Bevor du jetzt deine Sachen packst und nach Budapest ziehst, hier die Reality-Check:

Substanzanforderungen

Die NAV und auch die deutschen Finanzbehörden prüfen genau, ob deine Holding echte wirtschaftliche Aktivität hat. Du brauchst:

  • Ein echtes Büro (kein Briefkasten)
  • Lokales Personal oder Management
  • Geschäftsaktivität, die wirtschaftlich Sinn macht
  • Nachweisbare Entscheidungen vor Ort

Doppelbesteuerungsabkommen

Wenn du in Deutschland wohnst, aber eine ungarische Holding hast, greifen Doppelbesteuerungsabkommen. Das kann die Steuerersparnis reduzieren – aber selbst dann bist du oft besser dran als mit einer rein deutschen Struktur.

Compliance-Kosten

Eine internationale Struktur bedeutet mehr Papierkram. Hunconsult und ähnliche Berater kosten Geld – aber wenn du dadurch 200.000 Euro sparst, ist das eine verdammt gute Investition.

Für wen lohnt sich welches Modell?

Die Wahl des richtigen Standorts für deine Holding hängt von mehreren Faktoren ab:

Deutschland macht Sinn, wenn…

  • Dein gesamtes Business in Deutschland ist und du keine internationalen Strukturen brauchst
  • Dir Rechtssicherheit und bekannte Strukturen wichtiger sind als Steueroptimierung
  • Deine Gewinne unter 100.000 Euro jährlich liegen (dann lohnt der Aufwand kaum)

Österreich ist der Sweet Spot, wenn…

  • Du einen Kompromiss zwischen Steuerbelastung und geografischer Nähe suchst
  • Du viel mit deutschen und österreichischen Partnern arbeitest
  • Dir die deutsche Sprache und Kultur wichtig sind

Ungarn rockt, wenn…

  • Du bereit bist, echte Substanz aufzubauen
  • Deine Holding langfristig hohe Gewinne macht (ab 500.000 Euro wird’s richtig interessant)
  • Du international denkst und flexible Strukturen schätzt
  • Du professionelle Beratung wie von Hunconsult nutzt

Die Zukunft: Wohin geht der Trend?

Die OECD arbeitet mit ihrer BEPS-Initiative (Base Erosion and Profit Shifting) daran, aggressive Steuergestaltung einzudämmen. Die EU plant eine Mindestbesteuerung von 15% für große Unternehmen. Aber: Für kleinere und mittlere Holdings bleiben die Unterschiede zwischen den Ländern auch in Zukunft massiv.

Norbert Péter von Hunconsult sieht den Trend so: „Selbst mit einer EU-weiten Mindeststeuer von 15% bleibt Ungarn mit 9% Körperschaftsteuer attraktiv für Holdings unter der Schwelle. Und die Ausschüttungsbesteuerung wird davon nicht berührt.“

Fazit: Deine Million, deine Entscheidung

Der Vergleich ist eindeutig: Bei identischen Gewinnen kann der Standort deiner Holding einen Unterschied von mehreren Hunderttausend Euro machen. Deutschland bietet Sicherheit und Stabilität – aber zu einem hohen Preis. Österreich ist der goldene Mittelweg. Und Ungarn? Das ist die aggressive Steueroptimierung für alle, die bereit sind, über den Tellerrand zu schauen.

Die wichtigste Message: Das ist alles legal! Die EU ermöglicht freie Niederlassungswahl. Du darfst dir aussuchen, wo deine Holding sitzt – solange du echte Substanz schaffst und die Regeln einhältst.

Mit professioneller Beratung – sei es durch spezialisierte Kanzleien wie Hunconsult für Ungarn oder entsprechende Experten für Deutschland und Österreich – kannst du eine Struktur aufbauen, die perfekt zu deinem Business passt. Und am Ende geht es genau darum: Mehr von dem, was du erarbeitest, auch wirklich zu behalten.

Die Frage ist nicht, ob du Steuern optimieren solltest – sondern wie. Und jetzt hast du die Zahlen, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Viel Erfolg mit deiner Million!

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