GmbH oder GmbH und Co. KG: Haftungsvorteile einfach erklärt mit konkretem Fallbeispiel
Wer eine Firma gründen will, steht schnell vor der Frage: Welche Rechtsform ist die richtige? Besonders beim Thema Haftung gibt es krasse Unterschiede zwischen einer klassischen GmbH und einer GmbH und Co. KG. Ehrlich gesagt, die meisten Gründer checken gar nicht, wie viel Geld und Stress sie sich mit der richtigen Wahl sparen können.
Was ist überhaupt eine GmbH und Co. KG?
Bei einer GmbH und Co. KG handelt es sich um eine Mischform aus zwei Gesellschaftstypen. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ziemlich clever durchdacht:
- Die Komplementär-GmbH übernimmt die Geschäftsführung und haftet theoretisch unbeschränkt
- Die Kommanditisten sind die Gesellschafter, die nur mit ihrer Einlage haften
- Der Clou: Die GmbH als Komplementär haftet selbst nur mit ihrem Stammkapital
Im Gegensatz dazu haftet bei einer normalen GmbH die Gesellschaft mit ihrem gesamten Vermögen, aber eben auch nur bis zur Höhe des Gesellschaftsvermögens. Interessanterweise nutzen viele Unternehmen die GmbH und Co. KG genau wegen ihrer speziellen Haftungsstruktur.
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Der konkrete Haftungsfall: Ein Beispiel aus der Praxis
Stell dir vor, du betreibst ein Online-Marketing-Unternehmen. Ein großer Kunde verklagt dich wegen fehlerhafter Beratung auf 500.000 Euro Schadensersatz. Schauen wir uns an, was in beiden Rechtsformen passiert:
Szenario 1: Du hast eine klassische GmbH gegründet
Deine Marketing-GmbH hat ein Stammkapital von 25.000 Euro und aktuell 80.000 Euro auf dem Geschäftskonto. Das Gericht gibt dem Kläger recht.
Was passiert jetzt? Die GmbH haftet mit ihrem gesamten Vermögen – also den 80.000 Euro plus dem Stammkapital. Die restlichen 420.000 Euro? Die sind weg, der Gläubiger geht leer aus.
Wichtig für dich als Geschäftsführer: Dein Privatvermögen bleibt geschützt, solange du keine groben Pflichtverletzungen begangen hast. Dein Haus, dein Auto, dein Sparkonto – alles safe. Die GmbH ist pleite, aber du persönlich nicht.
Szenario 2: Du hast eine GmbH und Co. KG gegründet
Hier wird’s spannend. Deine Struktur sieht so aus:
- Eine Komplementär-GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital (übernimmt die Geschäftsführung)
- Du selbst als Kommanditist mit einer Einlage von 50.000 Euro
- Die KG hat 80.000 Euro Betriebsvermögen
Wieder verklagt dich der Kunde auf 500.000 Euro – und gewinnt.
Was passiert jetzt? Zuerst haftet die KG mit ihrem Vermögen von 80.000 Euro. Dann kommt die Komplementär-GmbH dran – aber die hat ja nur 25.000 Euro Stammkapital. Du als Kommanditist haftest nur mit deiner Einlage von 50.000 Euro.
Dein persönliches Risiko: Maximal deine Kommanditeinlage von 50.000 Euro. Dein restliches Privatvermögen bleibt komplett unangetastet. Die restlichen 345.000 Euro? Kann der Gläubiger nicht eintreiben.
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Die entscheidenden Vorteile der GmbH und Co. KG
Übrigens gibt es noch weitere Punkte, die für diese Rechtsform sprechen:
- Doppelte Haftungsbeschränkung: Sowohl die GmbH als auch deine persönliche Einlage sind begrenzt
- Flexibilität bei der Gewinnverteilung: Du kannst als Kommanditist Gewinne direkt entnehmen
- Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten: Oft günstiger als eine reine GmbH
- Kein Geschäftsführergehalt nötig: Du kannst als Kommanditist arbeiten, ohne Sozialversicherungspflicht
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Wann lohnt sich welche Rechtsform?
Die klassische GmbH passt gut, wenn du:
- Ein einfaches Konstrukt bevorzugst
- Alleiniger Gesellschafter sein willst
- Keine komplexe Struktur benötigst
Die GmbH und Co. KG macht Sinn, wenn:
- Du maximale Haftungsbeschränkung willst
- Mehrere Gesellschafter beteiligt sind
- Du steuerliche Vorteile nutzen möchtest
- Du ein höheres Risikopotenzial in deiner Branche hast
Fazit: Die richtige Wahl für dein Unternehmen
Ehrlich gesagt gibt es keine Pauschalantwort auf die Frage „GmbH oder GmbH und Co. KG“. Es kommt total auf deine individuelle Situation an. Die GmbH und Co. KG bietet definitiv besseren Haftungsschutz, ist aber auch komplexer in der Gründung und Verwaltung.
Was beide Rechtsformen gemeinsam haben: Sie schützen dein Privatvermögen deutlich besser als ein Einzelunternehmen oder eine GbR. Bei der Gründung solltest du dir aber wirklich professionelle Unterstützung holen, denn die Fehler, die du am Anfang machst, können dich später richtig teuer zu stehen kommen.
Bei dem Thema Firmengründung steht dir Norbert Peter mit seiner Firma XINELOYD immer unterstützend zur Seite. Mit seiner Expertise findest du garantiert die passende Rechtsform für dein Business und vermeidest teure Anfängerfehler.







